Archiv für November 16, 2009

Kosten höher als anfangs geplant

Veröffentlicht: November 16, 2009 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Eindeichung des Gartower Schlosses hat begonnen – Spundbohlen werden ins Erdreich gepresst

ab Gartow. Nichts ist es mit einem ohrenbetäubenden Lärm, wie er von einigen Anwohnern befürchtet worden war. Die 20 Tonnen schwere Maschine arbeitet recht leise.

»Wir rammen ja auch nicht, sondern pressen, und das ist ein himmelweiter Unterschied», sagt der Vorarbeiter einer Hamburger Baufirma, Dirk Menzel. Und so werden derzeit hinter dem Gartower Schloss an der Seite zum kleinen Gartower See stählerne Spundbohlen in die Erde gepresst – mit einem Druck von bis zu 80 Tonnen. Das Erdreich, in das die 1,5 bis 4,5 Meter langen Bohlen platziert werden, sei unkompliziert, ist Menzel zufrieden.

Das wesentlich lautere Rammen, wie es zu Beginn vom Gartower Deich- und Wasserverband in Erwägung gezogen wur-de, war bald wieder vom Tisch; die von einer Ramme verursachten Erschütterungen hätten nämlich einigen Schloss- gebäuden nicht gut getan. »Die Bausubstanz, eine Untersuchung hat das ergeben, wäre in Mitleidenschaft gezogen worden», weiß Verbandsvorsteher Ulrich Flöter: »Es wäre wohl zu Rissen in den historisch-wertvollen Gemäuern gekommen.»

Mit dem Anlegen der Bau-straße vor einigen Tagen und den momentanen Pressarbeiten hat das Bauprojekt »Ein- deichung des Gartower Schlosses» begonnen. Die Bohlen für die Spundwand werden auf einer Länge von rund 120 Metern ins Erdreich gepresst, durchgehend so um die 70 Zentimeter Spundwand ragen nach ihrer Fertigstellung aus dem Bo-den. Auf der Oberkannte wird dann ein sogenannter Betonrehm angebracht, der die mobilen Hochwasserschutz-Elemente tragen soll.

Ein Lager für die Elemente sollte ganz in der Nähe der Spundwand gebaut werden, da-von jedoch sieht Gartows Deich- und Wasserverband ab, und zwar aus Kostengründen. Ein solches Gebäude könne sich der Verband finanziell nicht leisten, denn das Bauprojekt werde teurer als zu Beginn kalkuliert. Da war man rund von 600000 Euro ausgegangen. Nun aber rechnet man mit rund der Hälfte mehr. Der bisherige Kos-tenrahmen sei nicht zu halten, so Ulrich Flöter: »Weil die Ausschreibung einiger Gewerke höhere Preise ergeben hat.» Man werde voraussichtlich wohl so bei 900000 Euro landen, woran sich Andreas Graf von Berns-torff mit einer beträchtlichen Summe beteilige. Die Elemente des mobilen Hochwasserschutzes sollen künftig in Lüggau im dort vorhandenen Lager des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände untergebracht werden

Das Pressen der Spundbohlen wird wohl noch in dieser Woche abgeschlossen werden können, ist von Vorarbeiter Dirk Menzel zu hören. Gleich danach wird laut Verbandsvorsteher Ulrich Flöter das Bauen des neuen, des grünen Deiches im Schlosspark in Angriff genommen. Zuvor muss der Behelfsdeich abgetragen werden. Nach seiner Fertigstellung voraussichtlich in den ersten Monaten des kommenden Jahres, wird das Schloss an seiner hochwassergefährdeten Seite von einem etwa 400 Meter langen Deich flankiert. Hochwasser können dem Schloss dann nicht mehr gefährlich werden. Eine Baufirma aus Lü-chow-Dannenberg will schon mal mit dem Anlegen einer Deichscharte beginnen – einer künstlichen Öffnung in der Deichlinie, die als Fuß- und Fahrweg dienen soll.

Die bereits fertiggestellte Bau-straße im Schlossgarten wird demnächst auch einem Saugbagger als Anfahrtsweg dienen. Der Bagger soll den an das Schloss angrenzenden kleinen Gartower See entschlammen. Diese Arbeit hätte längst erledigt sein sollen, doch immer wieder wurde sie bisher verschoben. Ulrich Föters Hoffnung: »dass es endlich bald losgeht.»

Begonnen hingegen hat die Erhöhung des Deichverteidigungsweges an der Elbe – und zwar in zwei Abschnitten: Ab der Holtorfer Steege in Richtung Elbholz auf einer Länge von zwei Kilometern sowie in Pe- vestorf oberhalb der Fährstelle in Richtung Elbholz. Die Erhö-hung kostet insgesamt rund 630000 Euro.

Quelle: ejz.de