Archiv für April, 2009

Abstimmung weit fortgeschritten

Veröffentlicht: April 7, 2009 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Im Herbst Baubeginn? – Linksseitiger Seegerückstaudeich soll erhöht werden – Kosten: gut 4,6 Millionen Euro

ab Gartow. »Am liebsten würden wir bereits morgen anfangen, doch das ist zurzeit Wunschdenken», gab der Vorsteher des Gartower Deich- und Wasserverbandes, Ulrich Flöter, am Dienstag während einer Ausschusssitzung im »Haus des Gastes» in Gartow zu. Doch im Herbst dieses Jahres werde man wohl mit dem Bau beginnen können, ist Flöter überzeugt.

Zumal die Abstimmung bereits sehr weit fortgeschritten sei. Nun seien noch einige wenige Dinge zu klären.

Der Gartower Deich- und Wasserverband (rund 950 Mitglieder) hat sich viel vorgenommen: Auf einer Länge von 7,1 Kilometern – in Höhe der sachsen-anhaltinischen Landesgrenze bei Nienwalde beginnend und in Restorf endend – soll es dem linksseitigen Seegerück-staudeich (in Restorf rechtsseitig) an den Kragen gehen. Er soll erhöht, teilweise verschwenkt oder verbreitert werden.

Ulrich Flöter bezeichnet den bevorstehenden Deichbau als unproblematisch, problematisch verliefen eher die Verhandlungen mit Grundstückseigen- tümern. Mit 81 Eigentümern hat man es zu tun, die meisten Verhandlungen sind erfolgreich verlaufen. Die Ausgaben für das Projekt bezifferte der Verbandsvorsteher mit insgesamt gut 4,6 Millionen Euro. Die Mittel kommen aus einem Aufbauhilfefonds des Bundes und des Landes, von ihnen zur Beseitigung der vom Augusthochwasser 2002 verursachten Schäden eingerichtet. Mittel aus dem Fonds gibt es nur noch bis Ende kommenden Jahres, danach müssen sich auch die Verbände an Deichbaukosten beteiligen. Deshalb müsse man sich jetzt sputen, so Flöter, »ab 2011 würde es für uns teuer werden».

Die Baumaßnahme zwischen Landesgrenze und Restorf sei erforderlich, machte Ingmar Sannes, Planer des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Na- turschutz (NLWKN), deutlich. Von Sannes wurde das Projekt während der Ausschusssitzung erläutert. Er erinnerte daran, dass das Hochwasser 2002 an den Deichen erhebliche Schäden angerichtet habe und bei kommenden, ähnlich hohen Fluten, die Deichsischerheit nicht mehr gewährleistet sei. Im Bereich Nienwalde etwa habe 2002 der Deichabschnitt auf einer Länge von 500 Metern erhöht werden müssen, »in Höhe Alt Nienwalde mussten zahlreiche Sickerstellen mit Folie abgesichert werden».

Die 7,1 Kilometer Deich sollen auf einer Länge von 6834 Metern von bisher durchschnittlich 19,70 auf 20,35 Meter über Normalnull erhöht werden. Beim Hochwasser 2002 beziehungsweise 2006 habe sich un-ter anderem gezeigt, dass kein ausreichendes Freibord mehr vorhanden sei, 2002 habe sich herausgestellt, dass auf Teilstrecken die wasserseitige Kleidecke zu sanieren sei, und, so Ingmar Sannes: »Bei den Deichverteidigungsmaßnahmen 2002 und 2006 fehlten auf Teilstre-cken die erforderlichen befestigten Deichverteidigungswege.» Freibord, Kleidecke und Verteidigungswege beispielsweise: Das alles soll ab Herbst in Angriff genommen werden.

Im Gesamtpaket von gut 4,6 Mio. Euro sind fast 680000 Eu-ro für die Maßnahme »Hochwasserschutz für das Schloss Gartow» enthalten. Die neue Schlosseindeichung, dann einen Notdeich ablösend, umfasse sowohl grünen Deich als auch technische Bauwerke wie Stahlbeton- und Spundwände sowie teilmobilen Hochwasserschutz, erklärte Planer Sannes.

Von Hochwassern ernstlich bedroht, wie 2002 und 2006, das soll möglichst bald nicht mehr geschehen: Zum Schutz des denkmalgeschützten Schlosses vor solchen Naturkatastrophen ist die Errichtung eines aus Deich und Schutzwand kombinierten Bauwerkes geplant. Dieses werde Teil des überregionalen Hochwasserschutzes für die Flächen links der Seege und damit unverzichtbarer Teil des Hochwasserschutzsystems des Gartower Deich- und Wasserverbandes in der Gartower Marsch. Andreas Graf von Bernstorff werde sich mit 30 Prozent an den Kosten beteiligen, weiß Verbandsvorsteher Ulrich Flöter.

Quelle: ejz.de