Archiv für Oktober 30, 2008

»Abflussprofil wieder herstellen»

Veröffentlicht: Oktober 30, 2008 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Ministerpräsident Wulff kündigt Gespräche mit Nachbarländern über künftige Deichhöhen an der Elbe an

as Hitzacker. Im Hinblick auf den Hochwasserschutz an der Elbe will die niedersächsische Landesregierung mit den benachbarten Elbe-Bundesländern einen Kompromiss über die Berechnung des Bemessungshochwassers und den daraus resultierenden künftige Deich-höhen erreichen. Das hat Minis-terpräsident Christian Wulff (CDU) anlässlich der Einweihung der Hochwasserschutzanlagen in Hitzacker angekündigt.

Wulff bedauerte, dass das Land Brandenburg in dieser Sache bereits vorgeprescht sei und die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern dagegen Klage erhoben hatte. Ohne eine einvernehmliche Abstimmung sei Hochwasserschutz an der Elbe aber nicht zu machen, erinnerte Wulff an das Beispiel von spielenden Kindern im Sandkasten, deren einer Wall höher war als der des anderen – mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen bei Flutwellen.

Dass Politik auch angekündigte Ziele umsetzt, zeige der abgeschlossene Staatsvertrag, den Niedersachsen mit Sachsen-Anhalt über die Flutung der Havelpolder bei Elbehochwasser mit entsprechenden Entschädigungsregelungen ausgehandelt habe. Landesintern sei Niedersachsen dabei, die hochwassergeschützten Gebiete aufgrund aktueller Berechnungen neu festzulegen. Auch der Bereich Hitzacker mit der Jeetzelniederung werde nach Fertigstellung der Hochwasserschutzanlagen neu berechnet.

»An den Unterläufen der niedersächsischen Gewässer, zum Beispiel im Unterlauf der Elbe, können unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten keine neuen Rückhalteflächen geschaffen werden», stellte der Ministerpräsident klar. »Um einen effektiven Hochwasserschutz durch Rückhaltung zu betreiben, wären in diesem Bereich riesige Flächen erforderlich, die nicht zur Verfügung stehen. In den Unterläufen müssen die Menschen in der Regel deshalb durch baulichen Hochwasserschutz nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik vor Hochwasser geschützt werden. Die Anlagen hier in Hitzacker sind ein großartiges Beispiel dafür, dass dieses möglich und effektiv ist.» Wulff ergänzte, dass Niedersachsen an anderen Gewässern der Idee »Flüssen mehr Raum zu geben» beispielgebend für andere Bundesländer nachgekommen sei.

Hinsichtlich der zunehmenden Verbuschung an der Elbe betonte der Ministerpräsident: »Es gilt, die Leistungsfähigkeit des Abflussprofils wieder herzustellen.» Der übermäßige Bewuchs, die Sedimentation in den Deichvorländern und Hindernisse im Gewässerbett der Elbe hätten dazu geführt, dass Hochwasserwellen höher aufgelaufen waren und dadurch die Sicherheit der Deiche verringert worden sei.

Darüber hinaus sei Niedersachsen dabei, auch für die Elbe neue Hochwasserschutzpläne zu erarbeiten. Damit entspreche die Landesregierung nicht nur den Forderungen des Wasserhaushaltsgesetzes des Bundes, sondern auch der Hochwasserrisiko-Managementrichtlinie der EU. Dazu ist das Hochwasser- risiko zu bewerten, und es sind Hochwassergefahren und -risikokarten sowie Hochwassermanagementpläne zu erstellen.

Quelle: ejz.de