Klimawandel zwingt zum Handeln

Veröffentlicht: Oktober 8, 2008 von fluthelfer in Hitzacker
Niederländischer Kronprinz Willem-Alexander referierte in Hitzacker – Appell zu Kooperation

as Hitzacker. Deichverstärkungen dort, wo es nötig ist, den Flüssen mehr Raum geben dort, wo es möglich ist – diese Präventionsprinzipien sind die Kernelemente des Hochwasserschutzes in den Niederlanden. Das betonte Prinz Willem-Alex-ander von Oranien in seinem Referat, das er gestern im Verdo in Hitzacker vor knapp 200 Wasserbaufachleuten, Vertretern von Feuerwehren, THW und Kommunen hielt.

Die Hamburg-Messe hatte dort unter dem Label »acqua alta» das Seminar mit dem Titel »Dazwischen» organisiert, das vom Kölner »Hochwasser-Papst» Reinhard Vogt launig moderiert wurde.

Der Kronprinz erinnerte daran, dass die Niederländer in den Jahren 1993 und 1995 durch zwei Flusshochwasser wachgerüttelt worden waren, deren Ausmaße damals nie für möglich gehalten wurden. Daraufhin sei die so genannte Delta-Kommission neu berufen worden, die sich zuvor mit enormen Schutzmaßnahmen an der Küste ein hohes Ansehen erworben habe. Aus dem aktuellen Bericht des Gremiums gehe hervor, dass der Wasserspiegel der Nordsee bis zum Jahr 2100 um bis zu 1,30 Meter und bis 2200 um bis zu vier Meter steige. Mit Blick auf den Klimawandel müsse also nicht nur in den Niederlanden dringend gehandelt werden. Es sei sinnvoll, dass reiche Länder wie Holland und Deutschland ihre Erfahrungen beim Wassermanagement auch anderen Nationen zur Verfügung stellen. Der Prinz hatte zuvor an Hochwasserkatastrophen in New Orleans (USA), Indien und China erinnert.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Jürgen Meyer, Bürgermeis-ter der Samtgemeinde Elbtal-aue, der interessierten Zuhörerschaft die Entwicklungen der Elbehochwasser in den Jahren 2002, 2003 und 2006 näher gebracht. Die Hochwasserschutzbauten in Hitzacker seien nahezu fertiggestellt. Nun fehlten noch der Betriebs- und Evakuierungsplan, die Deichverteidigungsordnung und die Ausweisung des hochwassergeschützten Gebietes, das der Landkreis ermitteln muss. Die SG Elbtal-aue werde ihren Beitrag zum Hochwasserschutz über die Feuerwehren leisten, die den Auf- und Abbau der mobilen Schutzelemente übernehmen.

Mit vielen Bildern veranschaulichte Bauprojektleiter Udo Engels den Fortgang der Bauarbeiten, die ebenfalls durch Hochwasser beeinträchtigt wurden. Eugen Laarhoven vom Pumpenhersteller Flowserve aus Holland berichtete Wissenswertes über die Pumpeneinsatz. Und Thomas Menzel, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Ost in Magdeburg, warnte eindringlich vor den Gefahren eines Eis-Hochwassers.

Sodann besichtigten die Seminarteilnehmer das Schöpfwerk, die Schutzwand und das Sielbauwerk. Dazwischen wurde im Betriebsgebäude für den mobilen Hochwasserschutz ein Imbiss gereicht.

Quelle: ejz.de

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