Zurück zu neuen Ufern

Veröffentlicht: November 9, 2006 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Wahnbach und Pleisbach, die beiden Nebenflüsse der Sieg, gehen gestärkt aus einem Projekt des Wasserverbandes Rhein-Sieg hervor. Dieser hatte sich zum Ziel gesetzt, den beiden Sieg-Nebenflüssen mehr Raum zur Entfaltung zu geben und von baulichen Eingriffen zu befreien. Alle Arbeiten konnten nun abgeschlossen werden. Insgesamt kostet das Projekt nach Angaben des Kreises über zwei Millionen Euro.

Pleisbach: Barrieren beseitigt

Die Planungen für die Arbeiten am Pleisbach begannen bereits im Jahr 1994. Der über 15 Kilometer lange Fluss, der in Sankt Augustin in die Sieg mündet, wurde von Wehren und sonstigen Absturzbauwerken befreit. Außerdem legten die Mitarbeiter an zahlreichen Stellen, etwa von Niederpleis bis Birlinghoven oder am Zufluss Kochenbach bei Bad Honnef, zehn bis 20 Meter breite grüne Randstreifen für den Flusslauf an. Durch diese kann sich das Wasser besser verbreiten; bei Hochwasser stehen dem Fluss Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung.

Zur Hilfe kam dem Projekt, dass es für die ICE-Strecke von Köln nach Frankfurt ohnehin eine Flurbereinigung gab. Dadurch konnte der Verband Raum für Uferflächen erwerben. Das Projekt, das insgesamt rund 300.000 Euro kostete, wird zu 80 Prozent von der Bezirksregierung Köln finanziert.

Wahnbach: 30 Hektar Ufer begrünt

Auch beim Wahnbach existierten Planungen seit 1995. Der über 25 Kilometer lange Fluss, der bei Drabenderhöhe im Oberbergischen entspringt, wurde mitsamt seiner zahlreichen Nebenbäche auf weiter Fläche renaturiert. In den Berg-Gemeinden Much und Neunkirchen-Seelscheid startete schließlich 1999 die Umsetzung des Konzeptes.

Hierzu wurden vom Wasserverband im Bereich des Flusses und einige seiner Nebenbäche auf rund 30 Hektar Gesamtflüche ebenfalls Grünstreifen angelegt. Diese haben etwa fünf bis zehn Meter Breite. Auch hier ging eine Flurbereinigung voraus: diese hatte das Amt für Agrarordnung Siegburg angestoßen. Die Gesamtkosten belaufen sich am Wahnbach auf rund zwei Millionen Euro. Besonders teuer wurde dabei, den bisherigen Besitzern die nötigen Flächen abzukaufen. Der Verband setzte mit der GfL Planungs- und Ingenieurgesellschaft aus Koblenz ein externes Landschaftsarchitekten- und -realisierungsbüro ein, das die Koordination in diesem Bereich übernahm.

Der Erwerb der Grundstücke erfolgte „in enger Abstimmung mit den Landwirten“ und Grundbesitzern, so Herr Wedel vom Koblenzer Büro der GfL. Im Vorfeld sei es darum gegangen, wie die Maßnahme umzusetzen sei – man habe sich entschieden, keine Zwangsverkäufe anzuordnen. Einige Parzellen wurden auch mit Dienstverträgen gesichert, andere teilweise im Tausch erworben worden. „Dies ist uns sehr gut gelungen“, betont er.

Positives Fazit

Landrat Frithjof Kühn, in Personalunion Vorsteher des Wasserverbandes, Kreis-Umweltdezernent Michael Jaeger und der Geschäftsführer Hermann Meierhenrich begaben sich an die Ufer des Pleisbaches. Sie hoben die Bedeutung dieses Projektes für die ökologische Entwicklung der Flusse und ihrer direkten Umgebung hervor.

Quelle: ksta.de

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