Archiv für September, 2002

Hamburg / dpa Die Jahrhundertflut und die Eindrücke oft katastrophaler Zerstörungen haben bei Kindern in den Krisenregionen unterschiedlichste Emotionen ausgelöst. Abenteurerlust oder Frust, Freude über den Schulausfall bis hin zu einem möglichen Trauma können die Folgen der Erfahrungen mit der Flut sein. „Zwei Dinge sind besonders kritisch.

„Zwei Dinge sind besonders kritisch. Die Kinder können zum einen in ihrem Urvertrauen, dass ihnen nichts geschieht, erschüttert werden. Wenn das Elternhaus zerstört wurde, kommt dazu der Verlust des Zuhauses. Was immer als selbstverständlich galt, steht nun in Frage“, beschrieb der Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, Oleg Hammling, die schlimmsten seelischen Folgen.

„Viele Kinder stehen noch unter Schock. Die Eindrücke und Gefühle der vergangenen Wochen haben sich angestaut und müssen nun abgebaut werden“, sagte Schulpsychologin Sabine Möley vom Berufsverband Deutscher Psychologen. Andernfalls könnten sich die Emotionen in unkontrollierten Aggressionen entladen.

„Ich bin jeden Tag mit schippen gegangen. Sandsäcke ohne Ende. Einmal sogar bis fünf Uhr früh“, erzählte ein Viertklässler aus Wörlitz in Sachsen-Anhalt. Angst habe er keine gehabt, auch wenn die Flut mit einer ganz schönen Wucht auf seine Heimatstadt zugeströmt sei. Für andere Kinder bedeutete die Flut den Verlust des Elternhauses. Schulen wurden durch reißende Wassermassen zerstört. Auch wenn fast überall in den Krisenregionen in dieser Woche wieder der Unterricht angelaufen ist, so wird es noch Monate dauern bis in den am schlimmsten betroffenen Gebieten wieder ein normaler Unterricht stattfinden kann.

Allein im schwer getroffenen Sachsen sind 236 der 2105 Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft beschädigt worden. In Sachsen- Anhalt entstanden an zehn Schulgebäuden zum Teil erhebliche Schäden. Auch eine Lernbehindertenschule in Bitterfeld ist betroffen. Die Schüler kämen vorläufig in anderen Schulen unter, sagte Kultusstaatssekretär Winfried Willems. Für sie solle spätestens mit Beginn der kommenden Woche wieder regulärer Schulunterricht stattfinden.

In Niedersachsen brachte die Flut der Elbe den Schulunterricht nicht wesentlich durcheinander. „So viel Unterricht, dass die Lernziele nicht erreicht würden, ist nicht ausgefallen“, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums in Hannover am Dienstag. Nur im Amt Neuhaus (Kreis Lüneburg) konnten die Kinder bis auf weiteres noch zu Hause bleiben. Auch der Landeselternrat reagierte gelassen: „Ich denke, das wird keinerlei Auswirkungen haben“, sagte der Vorsitzende Jürgen Werner. In gefährdeten Regionen hatten Eltern die Erlaubnis, ihre kleinen Kinder zu Hause zu behalten, wenn sie auf dem Schulweg eine besondere Gefahr befürchteten. Zahlreiche Schüler aus der Region sowie aus dem ganzen Land hatten nach Angaben von Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper (SPD) ihre Hilfe bei der Flut angeboten. Dafür konnten sie auch Schulfrei beantragen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern hatte das Hochwasser kaum Auswirkungen auf die Schule. Während einige mit Tatkraft am Erhalt der Deiche mitarbeiteten, genossen andere den unfreiwilligen Schulausfall von mehreren Tagen. Doch nicht für alle waren geschlossene Klassenzimmer ein Grund zur Freude. Für Mecklenburgs Schulanfänger waren die außerplanmäßigen Ferien ein Graus. „Erst wurden die Kinder auf die Schule neugierig gemacht, und jetzt ist nichts“, sagte eine Erzieherin. „Sie sind ganz heiß aufs Lernen.“ Einige liefen sogar zu Hause mit Schulranzen herum.

Auch die Kinder der evangelischen Tagesstätte „Bullerbü“ in Conow im Kreis Ludwigslust rüsteten sich gegen das Hochwasser. In den Spielen der Kinder tauchte der Kampf gegen die Fluten immer wieder auf. „Sie füllen in der Sandkiste imaginäre Säcke ab und bauen Schutzwälle“, erzählte eine Erzieherin. „Die Kinder machen nach, was sie zu Hause erleben.“ Bilder vom Fernsehen wurden spielerisch verarbeitet. In brandenburgischen Prignitz kümmerten sich nach Angaben der Notfallseelsorge hauptsächlich die Familien selbst intensiv um die Kinder.

http://www.schwaebische.de

Fluthilfe Dankeschön Konzert am 27 und 28 September

Veröffentlicht: September 16, 2002 von Generaldirektor in Bitterfeld
Mit der Gruppe Karat kommt eine deutsche Kultband auf den Bitterfelder Marktplatz, wenn an zwei Tagen – am 27. und dem 28. September – dort beim großen Dankeschön-Konzert für die Fluthelfer die Post abgeht. Wohl kaum eine andere Ost-Rock-Gruppe war schon vor der Wende in beiden Teilen Deutschlands so bekannt. Am Samstagabend rocken die fünf Musiker um Bandleader Herbert Dreilich vor dem Bitterfelder Rathaus. „Über sieben Brücken musst du gehn“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ – das sind inzwischen legendäre Hits.

Bitterfeld/MZ/ze.

Mit der Gruppe Karat kommt eine deutsche Kultband auf den Bitterfelder Marktplatz, wenn an zwei Tagen – am 27. und dem 28. September – dort beim großen Dankeschön-Konzert für die Fluthelfer die Post abgeht. Wohl kaum eine andere Ost-Rock-Gruppe war schon vor der Wende in beiden Teilen Deutschlands so bekannt. Am Samstagabend rocken die fünf Musiker um Bandleader Herbert Dreilich vor dem Bitterfelder Rathaus. „Über sieben Brücken musst du gehn“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ – das sind inzwischen legendäre Hits.

Karat gehört zu den insgesamt 17 Bands und Solisten, die an den beiden Konzerttagen auftreten, zu denen Hit Radio Brocken, die Mitteldeutsche Zeitung und die Deutsche Bahn AG einladen. Beide Tage stehen unter dem Motto „Hand in Hand“ und erinnern an die Flutkatastrophe an Mulde und Elbe.

Die Programme beginnen am 27. September um 18 Uhr und am 28. September um 14 Uhr. Mit dabei sind unter anderem auch Ute Freudenberg, Ohio Express, No Limit, Bianca Graf, Touché, Bell Book & Candle und Rednex.

http://www.mz-web.de/bitterfeld/dankeschoen-konzert-karat-rockt-vor-bitterfelder-rathaus,20640916,19408864.html

Felder unter Wasser

Veröffentlicht: September 2, 2002 von fluthelfer in Hochwasser 2002

Keine Ernte, keine Einnahmen: Die Landwirte in den Überschwemmungsgebieten traf es hart. Das nasse Getreide verrottete auf dem Halm. [Video]

Quelle: mdr.de

Ist mein Haus noch zu retten?

Veröffentlicht: September 2, 2002 von fluthelfer in Hochwasser 2002

Bausachverständiger Uwe Müller machte 2002 eine Bestandsaufnahme bei einer Hausbesitzerin in Grimma. Auch Kfz-Gutachter hatten Hochkonjunktur. [Video]

Quelle: mdr.de